Chronik 1961 -1970

Vordere Reihe von links: Georg Henne, August Henne, Hermann Burghardt, August Wieneke, Ernst Niebur, Johannes Herbold, Dirigent Paul Brinkmann, Karl Elges, Eduard Henne(Kassel), Hermann Nolte, Eduard Herbold, Wilhem Fricke, Karl Jäger, Heinrich Wiegmann

2. Reihe von links: Karl Wissmann(Antons), Karl Robrecht, Ernst Teuteberg, Waldemar Herbold, August Jäger, Paul Hill, Helmut Hill, Herbert Hörnisch, Karl Herbold(Winkel), Heinrich Teuteberg, Ferdinand Hartmann, August Nolte, Heinrich Suffert, Karl Pfeilsticker, Wilhelm Ackerhans, Heinz Nolte, Wilhelm Fricke(Trift), Gustav Fricke(Trift), Helmut Henne(Beichmann), Karl Nolte

Obere Reihe von links: Karl Herbold, Erich Henne, Karl Heinz Freybott, Karl Müller, Gustav Nolte, Willi Henne, Ewald Thür, Willi Wißmann, Willi Elges, Willi Fricke, Karl Henne, Werner Fricke, Karl Quentin, Karl Heinz Nolte, Wilhelm Nolte, Wilhelm Henne(Klingen)


Die Zeit bis zum Juli 1961 verging wie im Flug. Die für den Ablauf des Festes verantwortlichen Sangesbrüder trafen sich so manchen Abend, um ein gutes und harmonisches Fest zu gestalten.

Dann war es soweit!

MGV "Eintracht"

Am Samstag, den 1. Juli fand im Saal der Gastwirtschaft Klinge die Feierstunde zum 100jährigen Jubiläum statt.
Es waren viele Gäste aus nah und fern gekommen, um dabei zu sein. Im Rahmen des Programmes gehörte der Sonnabend dem stillen Gedenken und einem würdevollen Auftakt des Festes mit zahlreichen Ehrungen.
Nachdem man auf dem Friedhof die toten Sangesbrüder durch einen Schweigemarsch und mit einer Kranzniederlegung geehrt hatte, versammelten sich am Abend die Freunde des Gesanges im Saal der Gastwirtschaft Klinge zu einer gehaltvollen Feierstunde.
Im Anschluss an ein einführendes Lied und den "Sängerspruch" des Vereins, begrüßte der erste Vorsitzende Karl Elges die Anwesenden, unter ihnen zahlreiche Ehrengäste, mit herzlichen Worten.
Er verwies auf den bedeutungsvollen Namen des Jubelvereins und wünschte, die Lebenden möchten auch weiterhin wie Schwestern und Brüder fest zusammenstehen; das könnten sie in erster Linie durch die Pflege des Gesanges und durch die Kraft, die ihnen das Lied immer wieder schenke.
Bürgermeister Brauns überbrachte die Grüße und besten Wünsche aller Einwohner des Dorfes für den Jubilar, auf den, wie er betonte, gerade in diesen Tagen die gesamte Gemeinde mit Stolz und Freuden blicke.
Danach sprach Dr. Steinbrenner. Zu Beginn seiner Ausführungen hob er ebenfalls die kraftspendende Bedeutung des Liedes hervor, denn man singe es bei fröhlichen und traurigen Gelegenheiten. Welch unersetzlicher Wert im Ge­sang wirklich stecke, erfahre man erst, wenn man draußen in der Ferne, z.B. bei einem Besuch in den USA, erlebe, wie dort deutsche Menschen mit Inbrunst ihre heimatlichen Lieder pflegen.
Dass das Lied verbinde und Beziehungen anknüpfe, das beweise gerade der Ort Vernawahlshausen mit seinem Gesangverein, der durch seine Mitgliedschaft im Solling - Sängerbund über die Landesgrenzen hinweg Brücken schlage zum benachbarten Niedersachsen. Am Schluss seiner Rede rief Dr. Steinbrenner den Versammelten zu:

"Ich weiß, welche wichtigen kulturellen Aufgaben der SSB auf sich genommen hat und welche echten Ideale er vertritt und weiterzugeben versucht. Gerade in der heutigen Zeit der Mechanik darf das deutsche Lied nicht untergehen.
Der gemeinsam dargebrachte Gesang vermittelt das beglückende Gefühl im Volk zu bewahren, wird stets oberstes Ziel der Menschen bleiben, die sich in einem Gesangverein zusammenfinden".

Als äußeres Zeichen der Anerkennung und dafür, dass man auch von der Kreisebene her gewillt ist, die gute Sache zu unterstützen, überreichte der Landrat dem Jubelverein einen Scheck und im Auftrag des Bundespräsidenten die Zelter - Plakette.
Den Reigen der Gratulanten eröffnete danach der 1. Vorsitzende des Solling Sängerbundes, Alfred Dettmar, indem er rückblickend auf die stets gute gemeinschaftliche Zusammenarbeit zwischen Hessen und Hannover, die auch nicht durch das gelegentliche "Hessenkloppen" getrübt wurde, im Hinblick auf das kulturelle Leben einging, legte er vor allem der Jugend ans Herz, sie möge nie das Lied als ein wichtiges seelisches Kleinod in ihrem Lebensgepäck vergessen.
Im weiteren Verlauf der Feierstunde lösten die Vorstandsmitglieder der örtlichen Vereine mit ihren Geburtstagsgrüßen und Geschenken einander ab. Den Abschluss der Gratulationscour bildete Tochter Edith Elges, die ihrem Vater für den MGV "Eintracht" im Namen der Ehrendamen einen Geburtstagsstrauß überreichte.
Nach der eindrucksvollen Veranstaltung wurden die Teilnehmer am Kommers vom Vernawahlshäuser - Spielmannszug zum Tanz auf dem Festplatz abgeholt.
Der Sonntag begann mit einem feierlichen Gottesdienst.
Anschließend versammelten sich wiederum im Saal Klinge die Chöre des Solling -Sängerbundes aus den Gruppen Bramburg und Schwülme zum Wertungssingen. Hierbei hatte jeder mitwirkende Verein das Pflicht- und ein Kürlied vorzutragen.
Nach der Mittagspause formierten sich Vereine, Ehrendamen, Spielmannszüge, die Schulkinder mit ihren Lehrern, die alten Ehrenmitglieder des MGV "Eintracht" auf einem geschmückten Wagen, und viele Gäste zu einem langen Festumzug, der das mit Fahnen und Girlanden verschönte Dorf zum Festplatz führte. Auf dem Festplatz wurde unter anderem, von der Tochter des 1. Vorsitzenden des MGV "Eintracht", zur Erinnerung an das 100jährige Bestehen des Vereins, ein von den Frauen des Dorfes gefertigtes Band an die Fahne geheftet.
Am Montag klang das Fest mit dem Frühschoppen, einem Kinderumzug und viel Musik und Tanz aus.
Um dieses Fest für spätere Zeiten festhalten zu können, wurde ein 8mm Schmalfilm gedreht, der noch heute seine Faszination nicht verloren hat.

Im Jahre 1963 trat der Vorsitzende Karl Elges zurück und mit Ferdi Hartmann wurde ein bereits vielfach bewährtes Vorstandsmitglied an die Spitze des Vereins gewählt. Seine Tätigkeit als Quizmaster in den 50er Jahren machte ihn über die Grenzen des Vereins hinaus bekannt.